Schäuble verbietet rechtsextreme HDJ
Berlin. Aus, vorbei! Die rechtsextreme Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) ist ab sofort verboten. Seit dem frühen Morgen werden zudem auf Veranlassung des Bundesinnenministeriums Wohnungen und Büros von führenden Mitgliedern der HDJ in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen durchsucht und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.
"Als bundesweit organisierter Jugendverband verbreitet die HDJ rassistisches und nationalsozialistisches Gedankengut", heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Im Rahmen scheinbar unpolitischer Freizeitveranstaltungen sei das am Nationalsozialismus orientierte Weltbild der HDJ Kindern und Jugendlichen vermittelt worden. In speziellen Schulungen seien bereits Kinder im Grundschulalter gezielt in "Rassenkunde" unterrichtet worden. Sie werden dazu angehalten, für die "Blutreinheit" und das "Fortbestehen des deutschen Volkes" einzutreten. "Ausländer" und "Juden" werden als Bedrohung für "das deutsche Volk" dargestellt.
Bundesinnenminister "Wolfgang Schäuble (CDU): "Mit dem heutigen Verbot setzen wir den widerlichen Umtrieben der HDJ ein Ende. Wir werden alles tun, um unsere Kinder und Jugendlichen vor diesen Rattenfängern zu schützen."
Vor allem Politiker von SPD, Grünen und Linken hatten sich wiederholt für ein Verbot der HDJ stark gemacht. Das Verbotsverfahren war bereits im vergangenen September eingeleitet worden. Seinerzeit hatte es ebenfalls Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegeben.
