Qimonda drosselt Produktion in Dresden

Maßnahme soll Liquidität sichern
Dresden. Der Speicherchip-Hersteller Qimonda tritt auf die Kostenbremse. In Dresden wurde heute nach Angaben des Unternehmens die Produktion auf etwa ein Viertel der vorhandenen Kapazitäten zurückgefahren. Qimonda trage damit sowohl der Marktentwicklung wie auch der Notwendigkeit Rechnung, Verlust bringende Aktivitäten zu reduzieren und Liquidität zu schaffen, heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig habe Qimonda weitere Fortschritte bei der Entwicklung der 46-nm-Buried Wordline-Technologie erzielt und die Ausbeute des neuen Fertigungsprozesses schneller als ursprünglich erwartet steigern können.
„Wir werden die Einschleusung von Wafern in Dresden reduzieren, um Kosten zu sparen und Liquidität zu sichern. Diese Liquidität setzen wir zielgerichtet ein, um die Entwicklung der 46-nm-Buried Wordline-Technologie, mit der wir eine im Markt führende Produktivität und Effizienz erreichen können, voranzutreiben“, sagte Dresdner Qimonda-Chef Frank Prein.

Die reduzierte Einschleusung von Wafern habe zunächst keine Auswirkung auf Kundenlieferungen. Frei werdende Maschinen würden in einen Standby-Modus versetzt und könnten ihren Betrieb kurzfristig wieder aufnehmen. Die Entwicklung der neuen 46-nm-Buried Wordline-Technologie, die einen überdurchschnittlich großen Produktivitätssprung ermöglicht und mehr Energieeffizienz gegenüber vergleichbaren Produkten im Markt bieten, wird unvermindert vorangetrieben. „Die erfolgreiche Produktivitätssteigerung ist in der aktuellen Situation nach unserer Überzeugung der beste Weg, um potenzielle Investoren von der Zukunftsfähigkeit von Qimonda zu überzeugen“, sagte Finanzvorstand Thomas Seifert. „Sobald ein Investor an Bord ist, kann Dresden auch die Einschleusung in der Produktion wieder erhöhen.“

Erste Gespräche mit potenziellen Interessenten wurden in den vergangenen Tagen bereits geführt. „Es ist jedoch noch zu früh, um hier eine Bewertung vorzunehmen“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Eine Investorenlösung muss bis Ende März gefunden sein, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs bei Qimonda zu gewährleisten. Ansonsten droht gehen bei Qimonda die Lichter für immer aus.

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