Qimonda meldet Konkurs an

Chiphersteller hat am Freitag Insolvenzantrag gestellt
München/Dresden. Der Chiphersteller Qimonda ist insolvent. Die Infineon-Tochter hat am Freitag in München Insolvenz angemeldet. Das teilte ein Gerichtssprecher auf Anfrage mit. Damit scheinen alle Rettungsversuche gescheitert. Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) bereitet zur Stunde eine Fachregierungserklärung vor.
Die Mitarbeiter schöpften schon Hoffnung, als kurz vor Weihnachten ein 325 Millionen Euro schweres Rettungspaket zustande kam. 100 Millionen Euro wollte die Investitionsbank Portugals zuschießen, 75 Millionen Euro wollte Infineon und 150 Millionen der Freistaat Sachsen zur Verfügung stellen. Damit sollte ein Betriebsmitteldarlehen finanziert werden.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Rettungspaket gefährdet ist. Jurk, der gestern im Landtag zu Qimonda sprechen wollte, setzte den Tagesordnungspunkt kurzfristig ab. Begründung: Es besteht die Gefahr, dass er Betriebsgeheimnisse preisgeben müsste. Zu diesem Zeitpunkt müsste Jurk bereits gewusst haben, dass der Finanzbedarf des Konzerns weit höher als bei den veranschlagten 325 Millionen Euro liegt.

Der Grund für die Schieflage Qimondas ist der Preisverfall bei Speicherchips. Auch die Computerchipproduzenten Intel und AMD sind von diesem Preisrutsch betroffen. Der ebenfalls in Dresden ansässige AMD-Konzern hat im vierten Quartal einen höheren Verlust als Umsatz ausweisen müssen.

Qimonda beschäftigt in Dresden derzeit rund 3.000 Mitarbeiter, weltweit rund 13.500 Menschen. Bereits im Oktober wurde bekannt, dass 950 Dresdner bis zum Sommer ihren Job verlieren werden. Ohne Finanzspritze wurde die Insolvenz eigentlich erst für Ende März erwartet.

Wie es nun weitergeht, steht indes noch nicht fest. Ein Insolvenzverwalter ist noch nicht bestellt, so ein Gerichtssprecher in München. Weder in Dresden noch in München war zur Stunde jemand für eine Stellungnahme erreichbar.

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