Insolvenzverwalter informiert Belegschaft in Dresden
München/Dresden. Trotz Pleite wird an allen Qimonda-Standorten weiter produziert. Inzwischen hat bei dem Chiphersteller eine umfassende Bestandsaufnahme begonnen, um zügig festzustellen, in welcher Form der Geschäftsbetrieb des Unternehmens weitergeführt werden kann. Das Team des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Jaffé arbeitet dazu seit Freitag unter Hochdruck mit dem Qimonda-Management zusammen. Es gibt Gespräche mit allen Beteiligten, zunächst in Bayern, Sachsen und Portugal.
Zunächst geht es nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters darum die Liquidität zu sichern. Darüber hinaus würden unterschiedliche Optionen für die mittel- und langfristige Fortführung der Geschäftstätigkeit ergebnisoffen geprüft. Diese Optionen umfassen auch einen etwaigen Investorenprozess.
Die Mitarbeiter am Standort München wurden heute Michael Jaffé bei einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand informiert, am Dienstag folgen entsprechende Veranstaltungen in Dresden. Die Insolvenzgeldvorfinanzierung wird bereits auf den Weg gebracht. Anfang Februar soll es Gespräche am Produktionsstandort Porto sowie in Lissabon geben.
„Für eine fundierte Bewertung ist es derzeit noch zu früh. Klar ist schon jetzt: Wir haben es hier mit einer hochkomplexen Situation und einem extrem kapitalintensiven Geschäft zu tun. Deshalb braucht es für eine tragfähige Lösung Beiträge von potenten Investoren“, sagte Jaffé.
„Die erste Generation unserer Buried Wordline Technologie übertrifft bereits jetzt unsere Erwartungen. Diese innovative Technologie ist der Kern für die Zukunft unseres Unternehmens“, sagte Thomas Seifert, Finanzvorstand und COO der Qimonda AG. „Wir werden dafür kämpfen, den in der Entwicklung erreichten Wettbewerbsvorsprung zum Nutzen von Qimonda umzusetzen.“
Am 23. Januar 2009 hatte Qimonda AG beim Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
