Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung sieht großes Potential
Leipzig. Die steigenden Energiepreise könnten dazu führen, dass die Nachfrage nach so genannten Klein-Kraftwerken in den nächsten Jahren sprunghaft ansteigen könnte. Die Kraft-Wärme-Kopplung werde sich dank neuerer Technik in den nächsten Jahren auch bei Privathaushalten weiter durchsetzen, ist sich der Geschäftsführer des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, Adi Golbach, sicher. Die bislang verfügbaren Modelle seien einfach zu groß gewesen, um sie in Einfamilienhäusern effizient zu nutzen.
Diese KWK-Anlagen hätten allerdings noch einen Haken. Bislang können sie noch nicht mit Biogas arbeiten, da hierfür die notwendige Zertifizierung noch ein Problem darstellt. Diese ist aber notwendig, damit der Betreiber einer solchen Anlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine höhere Vergütung für die Einspeißung des Stroms in das öffentliche Netz bekommt. Die meisten Anlagen rentieren sich erst bei dem höheren Vergütungspreis nach EEG, der etwa doppelt so hoch ist, wie der derzeitige durchschnittliche Strombezugspreis.
Währenddessen steigt der Anteil des Stroms, der aus solchen KWK-Anlagen kommt. Zwölf Prozent beträgt der Anteil dieser Anlagen. Golbach hält eine Verdreifachung auf 36 Prozent bis 2020 für realistisch. In einigen Vorreiterstädten werde dieser Wert schon heute erreicht. Nicht zuletzt durch viele mittelgroße KWK-Anlagen, die für kommunale Gebäude genutzt werden. So wurde in Grimma (Landkreis Leipzig) 2007 eine Holzhackschnitzelanlage in Betrieb genommen, die die Wärme- und Stromversorgung der örtlichen Schwimmhalle sicherstellt und darüber hinaus zahlreiche Neubaublocks der Umgebung mit Fernwärme beliefert.
Das Besondere an der Kraft-Wärme-Kopplung ist die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme aus einem Energieträger. Der Wirkungsgrad und die Effizienz der Anlagen wird so erheblich gesteigert. Deshalb werde dies auch ein Hauptthema auf der am Dienstag in Leipzig beginnenden Messe enertec sein. Auf der Fachmesse werden etwa 600 Aussteller aus aller Welt erwartet.

