Sachsen, Portugal und Infineon geben Qimonda Geld
Dresden. "Wir haben heute den Durchbruch geschafft." Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) war nach Ende der sonntäglichen Gespräche mit den Qimonda- und Infineon-Vorständen optimistisch, dass mit dem Einstieg Portugals in die Finanzierung von Qimonda ein weiterer entscheidender Schritt getan sei, um das Unternehmen am Standort Dresden zu erhalten und auszubauen.
In einem Schreiben aus Lissabon erklärte Portugal, dass es sich über die dortige Investitionsbank mit einem Darlehen am Rettungspaket für Qimonda beteiligen werde. Im portugiesischen Porto befindet sich ein Qimonda-Werk, das von den Dresdener Produkten abhängig ist.
Die sächsische Regierung hat beschlossen, ein Darlehen in Höhe von 150 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Infineon wird wie angekündigt mit 75 Millionen Euro in das Finanzierungspaket einsteigen. Die portugiesische Investitionsbank will sich mit einem Darlehen von 100 Millionen Euro beteiligen.
Am vergangenen Dienstag hatte die Staatsregierung angeboten, mit einem Darlehen von 150 Millionen Euro zum Finanzierungspaket von Qimonda beizutragen, wenn der Mutter-Konzern Infineon einen ebensolchen Beitrag ins Unternehmen einbringt. Nachdem Infineon erklärt hatte, einen 75 Millionen-Beitrag leisten zu wollen, hatten sich am Donnerstag hochrangige Vertreter von Qimonda, Infineon und des sächsischen Wirtschaftsministeriums zusammengesetzt und nach kreativen Lösungen für das Zustandekommen des Finanzierungspaketes gesucht. In der Sitzung des Qimonda-Vorstandes und des Infineon-Vorstandes mit Minister Jurk am Sonntagmittag erfolgte der Durchbruch: Mit einer Beteiligung Portugals an der Finanzierung ist der Weg frei, damit das einzige europäische Unternehmen der Halbleiterspeicherbranche die wesentlichen Investitionen in den kommenden Jahren durchführen kann. Jurk begründet nochmals das Engagement des Freistaates beim Halbleiterhersteller: „Mit der Buried-Worldline-Technologie hat Qimonda die Chance, die Technologieführerschaft in der Halbleiterspeicherbranche zurückzuerobern. Diese Technologie muss made in saxony bleiben.“

