Eindrucksvolle Kundgebung auf dem Niedermarkt
Döbeln. Rund 250 Döbelner versammelten sich am Samstagmittag auf dem Niedermarkt, um friedlich gegen einen Naziaufmarsch zu demonstrieren. Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) rief den Menschen auf der Kundgebung zu: „Der Stiefelbrunnen ist heute unmittelbarer Platz der Politik. Ich hoffe es ist ein Zeichen, dass diese Rechten nicht wiederkommen. Je mehr wir sind, desto eher ist der braune Spuk vorbei.“
Pfarrer Lutz Behrisch von der evangelischen Kirchgemeinde Döbeln-Technitz brachte es auf den Punkt: „Du kannst nicht verhindern, dass Vögel um deinen Kopf kreisen. Aber du kannst verhindern, dass sie in deinen Haaren ein Nest bauen“, sagte er in Anspielung auf die rund 150 Rechtsextremen, die an diesem Tag durch die Stadt ziehen wollten. Unter dem Deckmantel „Initiative für Döbeln“ wollten sie für eine Verschärfung des Strafrechts demonstrieren. Pfarrer Behrisch: „Wir wollen denen, die gewaltbereit sind, kein Podium in dieser Stadt geben.“
Frau Perlitzius, eine alte Dame aus Döbeln sagte: „In Erinnerung an meine Eltern, die aktiv gegen Hitler standen. Wir haben jetzt die Möglichkeit uns friedlich dem braunen Spuk entgegen zu stellen. Wir dürfen uns nicht an der Nase herumführen lassen.“ Mit einer Schweigeminute gedachten die Kundgebungsteilnehmer den von den Nazis ermordeten Kindern.
Döbelns stellvertretender Bürgermeister Werner Busch (Linke): „Ich habe meinem Vater versprochen, dass ich seinen Kampf gegen die Nazis fortsetzen werde. Wir wollen nicht, dass die Nazis Döbeln mit brauner Farbe vollkleistern.“
Die knapp 150 Rechtsextremen konnten nur mit Hilfe eines großen Polizeiaufgebotes durch die Stadt ziehen. Mit viel Courage stellte sich das Bündnis Döbeln bei einer erneuten Spontankundgebung an der Bahnhofstraße Ecke Franz-Mehring-Straße den Nazis entgegen und übertönte deren Parolen mit lautstarkem Protest. Gegen 16 Uhr war der braune Spuk auf den Straßen fürs erste vorbei.





