Junge Männer quälten 17-Jährigen viele Stunden lang

Staatsanwalt klagt zwei Frankenberger wegen versuchten Mordes an
Chemnitz/Frankenberg. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat zwei Frankenberger (beide 20) wegen versuchten Mordes angeklagt. Die beiden Männer stehen im Verdacht, im April dieses Jahres einen 17-Jährigen in einer Frankenberger Wohnung über viele Stunden misshandelt zu haben. Offenbar aus purer Lust am Schlagen und um sich an den Qualen des Opfers zu ergötzen, wurde dieser massivst drangsaliert und gedemütigt. „Nur glücklichen Umständen war es zu verdanken, dass der Geschädigte die Tätlichkeiten der Angeschuldigten überlebt hat“, heißt es in einer gestern verbreiteten Erklärung der Staatsanwaltschaft.
Den beiden 20-Jährigen, die seit Mai 2008 in Untersuchungshaft sitzen, werde außerdem Raub, gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Nötigung vorgeworfen. Offenbar gehören die Gewalttäter zu einer Gruppe von insgesamt 16 jungen Leuten aus Frankenberg, Mittweida und Umgebung, die in der Region für Angst und Schrecken gesorgt haben. Sie werden für insgesamt 52 Delikte verantwortlich gemacht. Bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz sind inzwischen mehr als 20 Ermittlungsverfahren anhängig.

Im Falle einer Verurteilung droht den beiden 20-jährigen Angeschuldigten eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren, falls das Gericht das Jugendstrafrecht zur Anwendung bringt. Sollte das Gericht die Auffassung gewinnen, dass das Erwachsenenstrafrecht geboten ist, sieht das Strafgesetzbuch eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.

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