Hollywood-Starregisseur schickt Nazi-Jäger nach Sachsen

Quentin Tarantino dreht seinen neuen Film mit Brad Pit in Görlitz
Görlitz/Potsdam. Hollywood schickt Nazi-Jäger nach Sachsen: Starregisseur Quentin Tarantino („Kill Bill“, „Pulp Fiction“) will Teile seines neuen Films „Inglorious Bastards“ offenbar auch in Görlitz drehen. Am Wochenende besichtigte Tarantino nicht nur die Innenstadt, er traf auch mit dem parteilosen Oberbürgermeister Joachim Paulick zusammen. Fast zeitgleich standen in den Filmstudios Babelsberg bei Potsdam rund 2500 Menschen für Nebenrollen in dem Film an. Die Dreharbeiten sollen bereits Mitte Oktober beginnen.

„Ich will hier drehen. Es ist ein wundervoller Ort, und die Stadt ist sehr, sehr schön", wird Tarantino von Radio Lausitz zitiert. Als Filmkulisse ist der Untermarkt der Stadt an der Grenze zu Polen im Gespräch. Am Schlesischen Museum werde womöglich eine Schießerei gedreht. Tarantinos Techniker hätten in Görlitz bereits Entfernungen und Lichtverhältnisse ausgemessen. Zudem verfügten sie über maßstabsgetreue Skizzen von den Häusern am Untermarkt. Die endgültige Entscheidung soll in zwei Wochen fallen. Paulick zufolge hat Görlitz „ganz gute Chancen" als Drehort und auch dafür, dass Hollywood-Schauspieler Brad Pitt in der Stadt einen Auftritt haben werde. Neben dem Hollywood-Star sollen auch die deutschen Schauspieler Til Schweiger, Daniel Brühl und Diane Kruger mitspielen.
Das Drama erzählt die Geschichte einer Gruppe jüdischer US-Soldaten, die mit brutalen Attentaten unter den Nazis im besetzten Frankreich Angst und Schrecken verbreiten sollen. Gleichzeitig wird das Schicksal einer französischen Jüdin erzählt, die nach dem Mord an ihrer Familie ein Kino leitet und auf Rache an den Nazis sinnt. Der Film soll bereits im Mai bei den Festspielen in Cannes seine Weltpremiere feiern. Im Sommer 2009 soll er dann in die Kinos kommen.
Sachsen als Kulisse für Hollywood-Filme ist derzeit offenbar groß in Mode. Im Frühjahr wurden in Görlitz Szenen für den Film „Der Vorleser“ mit Hollywood-Star Kate Winslet gedreht. Im gleichen Zeitraum drehte Julie Delpy „Die Blutgräfin“ auf verschiedenen Burgen in Mittelsachen.
Beim Casting in Babelsberg standen am Wochenende rund 2500 Menschen Schlange. Manche warteten bis zu drei Stunden. Gesucht wurden vorwiegend blonde Männer zwischen 20 und 40 sowie Menschen mit fehlenden Gliedmassen. Die Bewerber bekamen Zetteln mit Nummern drauf, wurden nach Schuh- und Konfektionsgröße gefragt, mussten verschiedene Fragebögen ausfüllen. Einige Hunderte schafften es dann weiter, wurden vermessen und fotografiert. Weil 2500 gesichtete Personen noch nicht reichen, wird es ein weiteres Casting geben.

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