Entdeckungsreise auf Mauritius: Diamant im indischen Ozean

Mein Blick schweift staunend über die blaue glitzernde Weite des Meeres und über die grünen Inselteile von Mauritius. Nach elf Stunden Flug von Frankfurt wird ein Traum war. Der Landeanflug beginnt und die Spannung steigt. Auf 1865 Quadratkilometern erwartet uns der „Diamant des Indischen Ozeans“. Sonne, Palmen, weiße Strände und türkisfarbene Buchten stehen in meiner Erwartung ganz oben. Doch dieses Land hält noch viele andere Erlebnisse bereit für die sich die lange Flugzeit lohnt.
Schon auf dem Flughafen schaut uns aus allen Läden ein seltsam anmutender Vogel an. Mit seinen kurzen Beinen, dem überaus plumpen Körper und auf dem langen Hals einen runden Kopf mit federlosem Gesicht und großem Hakenschnabel gehörte er einst zur Familie der Tauben. Der Dodo – ohne ihn geht gar nichts auf Mauritius. An Stelle von Flügel wuchsen ihm kurze Stummel, und statt eines Schwanzes hatte er einen dünnen Busch Federn. Fliegen konnte er nicht und das wurde ihm zum Verhängnis. Ein kitschiges aber unerlässliches Mitbringsel für die daheim Gebliebenen war also schon gefunden. Die Rekonstruktion des ausgestorbenen Dodos findet man im Naturhistorischen Museum in Port Louis.

Port Louis, die Hauptstadt und Zentrum der Insel. Trotz seiner 170000 Einwohnern wirkt es auf mich wie eine bunte quirlige Kleinstadt. Moderne Bürohochhäuser wetteifern in ihrem Erscheinungsbild mit den kilometerlangen Ladenstraßen und bunten Märkten entlang der Silhouette einer bis zu 823m hohen Bergkette.

)Die Farbenvielfalt des Marktes ist überwältigend. Tomaten in verschiedenen Formen und Farben, von Hand zu kunstvollen Türmen aufgebaut, lassen mich erahnen, was sich in den vielen Gängen noch verbirgt. Es duftet nach Kräutern und süßen Früchten, die ich zum Teil nicht mal kenne. Gepflegte von der Sonne gegerbte Hände bieten aufgeschnittenes Obst zum Verkosten an. Es ist eine berauschende Athmosphäre. Wir verlassen den Markt mit vollen Taschen und dem selben Lächeln, mit welchem uns die Händler verzauberten.

Der Norden von Mauritius mit seinen besonders schönen Buchten am Strand bei Grand Baie hat die beste touristische Infrastruktur. Bummeln, einkaufen, ausgehen, schlemmen und Sport treiben – hier ist man am besten auf Touristen eingestellt. Im Botanischen Garten von Pamplemousses kann man fasst alle Pflanzen bestaunen, die in tropischen Gebieten gedeihen. Der wenige Quadratkilometer große Park dient der Erholung und Bildung. Wenn man Zeit hat, kann man hier dem Riesenbambus beim Wachsen zuschauen. Er wächst pro Tag bis zu zehn Zentimeter.

)Wer aber einmal das „Ende der Welt“ sehen möchte, der muss in den Osten vordringen. Hier am Point Quatre Cocos findet man den weniger erschlossenen und auch ärmlicheren Teil von Mauritius. Der Charme dieses Inselteiles hat mich besonders gefangen genommen. Hier habe ich die freundlichsten Menschen meines Lebens getroffen. Mit sich und Ihrem Leben zufrieden strahlen sie eine Lebenslust und Zuversicht aus, die ich bestaunt und bewundert habe. Wenn man Lebenslust einfangen könnte, dann hätte ich hier all unsere Koffer gefüllt. Aber auch so bleibt die Erinnerung an unvergessliche Stunden.

Wir durften intensiv am Familienleben teil haben, wurden traditionell mit indischen Köstlichkeiten verwöhnt und waren auch bei der Zubereitung dieser hautnah dabei. So konnten wir zuschauen, wie ein wirklich gutes Mango Chutney hergestellt wird. Mit ihren schönen, braunen und gepflegten Händen zerkleinerte Varuna Rangoo eine gelbe Mango mit einem Natursteinmörser auf schwarzem Naturstein. Dabei arbeitetet Varuna so schnell und genau, dass diese Tätigkeit eine besondere Faszination ausstrahlte. Am Abend dann kamen die Frauen der Familie auf die Idee, mich in einen originalen rotgoldenen Festsari zu kleiden. Ich wusste gar nicht wie mir geschah, als ich plötzlich in einen Schlafraum der Familie gebracht wurde und die Frauen alles Notwendige aus dem Schrank holten. Nachdem ich eine Art einfachen Unterrock und ein kurzes Oberteil an hatte, wickelten die Frauen mich mit sichtbarem Spaß in ca. fünf Meter Stoff. Natürlich durfte es an nichts fehlen. Von der Ohrkette bis zur Schminke wurde ich von acht Frauenhänden umsorgt. Dann der große Auftritt. Mein Mann ahnte ja von Nichts. Als ich die Tür nach Draußen durchschritt, wo sich die Männer aufhielten, da verschlug es ihm regelrecht die Sprache. Es war wahrhaftig ein Erlebnis der besonderen Art für uns alle.

)Ein faszinierendes Erlebnis im südwestlichen Teil der Insel ist die Terre des Sept Couleurs (farbige Erde) in Chamarel. Je nach Sonneneinstrahlung erstrecken sich auf rund einem Hektar lange Bodenwellen in sieben Farben. Das Farbspiel des rostig roten Grundtones reicht von Gelborange bis Grün und Blau bis hin zu Violett. Die Straße dorthin führt am 90 Meter hohen Wasserfall Cascade Chamarel vorbei.

Unsere Taucherlebnisse waren leider nicht ganz so beeindruckend, wie erwartet, da den stark übertauchten Plätzen die Strapazen anzusehen waren. Wenig intakte Korallen und ein kleiner Fischbestand machten uns die Entscheidung leicht unsere kostbare Zeit lieber über Wasser zu verbringen.

Aber egal auf welchem Teil der Insel man sich befindet, wer in seinem Urlaub Land und Leute genießen möchte, kann das auf Mauritius überall. Ein friedliches Miteinander aller Religionen inmitten einer paradiesischen Natur, lässt schnelle Erholung vom Alltag spürbar werden. Für all diese wunderbaren Eindrücke und Erinnerungen, bin ich gerne bereit, jederzeit wieder elf Stunden über den Wolken zu verbringen.

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